Abschlussveranstaltung "ISETEC II"

Die Abschlussveranstaltung der Förderbekanntmachung „Innovative Seehafentechnologien II - ISETEC II“ wird am 4. und 5. Juni 2012 im Konferenzzentrum des BMWi in Berlin stattfinden. Im Mittelpunkt stehen die Ergebnispräsentationen der Förderprojekte.
Ansprechpartnerin:
Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailDaniela Wirtz

 

Neue Kollegen gesucht

Der Projektträger Mobilität und Verkehrstechnologien sucht 
kaufmännische Mitarbeiter für die administrative Unterstützung der Projektarbeit. Interesse? Bitte richten Sie eine Kurzbewerbung an Opens window for sending emailSabine Blank.

 

Allgemeine Information

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System Schiene 2010 - Bilanzierung einer Förderinitiative

Am 21. Mai 2001 gab der damalige Staatssekretär Dr. Thomas auf einer Kick Off Veranstaltung in München die Einrichtung des neuen Forschungsschwerpunktes „Forschung System Schiene 2010 “ bekannt. Nach siebenjähriger Laufzeit soll der Versuch einer Bilanz aus Sicht des Projektträgers gewagt werden, der das Ministerium bei der Entwicklung und Umsetzung dieser Initiative unterstützt hat.
Den programmatischen Rahmen für die Verkehrsforschung des Bundes bildete das Programm „Mobilität und Verkehr“ vom März 2000. Hier wurden die Ziele und Aktionsfelder der künftigen Förderung definiert.
Die Schaffung eines eigenen Programmschwerpunktes „System Schiene 2010“ beruht auf zwei Absichten:

  1. einer politische Botschaft, der Bahnforschung zukünftig wieder ein stärkeres Gewicht zu verleihen, dies sowohl in Richtung „Öffentlichkeit“ als auch nach innen (Mittelbereitstellung),

  2. die Konkretisierung des Verkehrsforschungsprogramms im Bereich Bahnforschung.

Ziel des neuen Schwerpunktes war es, einen Beitrag zur verstärkten Nutzung der Bahnen im Wettbewerb der Verkehrsträger zu leisten. Dies vor dem Hintergrund der damaligen Prognosen, die im Verkehrsbericht 2000 des BMVBS ihrem Niederschlag fanden und in denen ein Zuwachs des Güterverkehrs um 64 % bis 2015 vorausgesagt wurde.

Als zentrales Element des Forschungsschwerpunktes "System Schiene 2010" wurde im Mai 2001 der Ideenwettbewerb zur Leitvision „Europäischer Schienengüterverkehr 2010“ (SGV 2010) gestartet. Ziel war die Modernisierung der Güterbahn, um die Bahn durch innovative Entwicklungen so effizient und attraktiv zu machen, dass bis zum Jahr 2010 ein größtmöglicher Teil des Zuwachses im Güterverkehr auf die Schiene verlagert werden kann.
SGV 2010 umfasst 75 Einzelvorhaben mit Gesamtkosten von 54,6 Mio €, das BMWi trägt davon 26,9 Mio €. Erwähnenswert ist, dass der DB-Konzern lediglich mit 4 Vorhaben vertreten ist, während 12 Vorhaben auf NE-Bahnen entfallen. Im Bereich der Bahnindustrie ist der Mittelstand in gleicher Weise vertreten wie die großen Systemhäuser.

Jede Evaluation eines Forschungsprogramms steht vor dem Problem, den Erfolg der Förderung anhand messbarer Größen zu belegen. Die Energieverbrauchsminderung eines neuen Motorkonzeptes lässt sich konkret nachweisen, ebenso die Lärmminderung durch neue Verbundstoffbremssohlen. In der kurzfristigen Rückschau bleibt jedoch die Frage der künftigen Marktdurchdringung neuer Produkte offen, damit auch die Fragen nach z.B. Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen, nach gesamtwirtschaftlichen Verkehrsverlagerungseffekten oder globalen Energieeinsparungen.
Forschungsförderung versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe. Die Initiative zur technologischen Entwicklung muss von der Wirtschaft ausgehen, diese trägt auch die Mehrheit der Kosten und das Risiko. Als fördernde Institution kann der Staat durch Bereitstellen von Mitteln Risiken abfedern, Innovationszyklen beschleunigen sowie Entwicklungsrichtungen priorisieren (z.B. Nachhaltige Verkehrssysteme). Die technologische Entwicklung an sich kann (und will) er nicht unmittelbar beeinflussen.

Wesentlicher Maßstab für den Erfolg eines Programms ist deshalb dessen Akzeptanz durch die Wirtschaft, ausgedrückt durch deren eigene Investitionen und - damit zusammenhängend - durch die Nachfrage nach Fördermitteln. Im Umkehrschluss: Ein Programm, das keine Projekte generiert, dessen Mittel nicht abgefragt werden, wird kaum als erfolgreich einzustufen sein.
Eine Auswertung aller rd. 700, der Bahnforschung des BMWi / BMBF zwischen 1974 und 2008 zuzuordnenden Vorhaben zeigt nach gewichtigem Start in den 70er und 80er Jahren einen dramatischen Einbruch in der 2. Hälfte der 90er Jahre auf ein Niveau von rd. 2 Mio € / a . Nach Implementierung von „System Schiene 2010“ ab 2001 ist wieder ein deutlicher Anstieg der Fördermittel auf ein Niveau von rd. 10 Mio € / a zu verzeichnen, das sind rd. 20 % des Haushaltsansatzes für die Verkehrsforschung.

Im Folgejahr der Bekanntmachung SGV 2010, d.h. im Jahr 2002, wird in der Bahnforschung mit 20,6 Mio € das höchste Festlegungsvolumen, (durch neue Projekte festgelegten Fördermittel) seit 20 Jahren erreicht.
Ähnlich verhält es sich mit der Anzahl geförderter Projekte in der Bahnforschung. Ausgehend von einem Niveau von über 100 laufenden Vorhaben pro Jahr in 1980 fällt die Anzahl der Vorhaben weitgehend kontinuierlich bis 1998 auf ein Niveau von ca. 20 Vorhaben, um dann mit Beginn von System Schiene 2010 wieder auf über 100 laufende Vorhaben pro Jahr anzusteigen.
Die Bilanzierung fällt damit positiv aus, das forschungspolitische Ziel wurde erreicht.

Kurzfassung des in der Broschüre „Schienenverkehr- sicher, leise, effizient“ veröffentlichten Beitrags von Albrecht Wurm, Projektträger Mobilität und Verkehr, Bauen und Wohnen, TÜV Rheinland