
Die Abschlussveranstaltung der Förderbekanntmachung „Innovative Seehafentechnologien II - ISETEC II“ wird am 4. und 5. Juni 2012 im Konferenzzentrum des BMWi in Berlin stattfinden. Im Mittelpunkt stehen die Ergebnispräsentationen der Förderprojekte.
Ansprechpartnerin:
Daniela Wirtz
Der Projektträger Mobilität und Verkehrstechnologien sucht
kaufmännische Mitarbeiter für die administrative Unterstützung der Projektarbeit. Interesse? Bitte richten Sie eine Kurzbewerbung an
Sabine Blank.
Der PT MVt ist organisiert im
PT - Netzwerk.
"Wir nehmen unsere Verantwortung zum Schutz der Umwelt wahr und verbessern uns – wo möglich – kontinuierlich, um alle Potenziale für Ressourcenschonung auszuschöpfen. Wir berücksichtigen umweltrelevante Gesichtspunkte bei allen Entscheidungen, in allen Funktionen sowie auf allen Prozessebenen" so heisst es im Verhaltenskodex von Tchibo, einem der größten Konsumunternehmen in Deutschland.
Die Tchibo Logistik GMBH hatte sich vor diesem Hintergrund im Jahr 2001 zusammen mit einem der größten hafenbasierten Logistikdienstleister Deutschlands, der BLG Logistics Group und der mittelständischen EVB Eisenbahn- und Verkehrsbetriebe Elbe Weser an dem Ideenwettbewerb "Europäischer Schienengüterverkehr 2010" im Mobilitätsforschungs-programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie beteiligt und wegen der Originalität und seiner exemplarischen Bedeutung für die Logistikentwicklung in Deutschland zusammen mit 19 weiteren Projekten den Zuschlag erhalten. Die Ergebnisse des Projektes werden der Fachwelt am 19.06. vor Ort in dem von der BLG betriebenen Tchibo-Logistikzentrum am Neustädter Hafen in Bremen vorgestellt.
Worum geht es? Während traditionelle Logistiksysteme im Bereich der Konsum-güterindustrie heute überwiegend auf die Flexibilität des Lkw setzen, sollte anhand des damals im Aufbau befindlichen Tchibo-Non-Food-Logistikzentrum in Bremen mit einem der modernsten und größten Hochregallager in Deutschland dargestellt und nachgewiesen werden, wie durch eine ganzheitliche Neuausrichtung des Logistik- und Distributionskonzeptes am Beispiel eines Großverladers (Tchibo Non Food) Rahmenbedingungen geschaffen werden können, die eine systematische Nutzung des Schienenverkehrs und/oder des Binnenschiffs ermöglichen.
Dabei verfolgte man nicht den traditionellen Weg, das Schienenangebot an die Erfordernisse des Kunden anzupassen. Vielmehr sollten die gesamten logistischen Prozesse bereits in der Konzipierung und Planung auf das Leistungsprofil von Bahn und Binnenschiff soweit als möglich ausgerichtet werden. Ziel des Vorhabens war es, 60% der Gesamtmengen des Logistikzentrums auf Bahn und/oder Binnenschiff zu verlagern. Eine besondere Chance war durch die Neuerrichtung des Logistikzentrums gegeben, so dass bereits bei dessen konzeptioneller Entwicklung diesen Zielen Rechnung getragen werden konnte.
Was ist erreicht worden? Im Ergebnis sind durch die neue Konzeption rund 95% der Zuläufe zum Logistikzentrum auf Bahn- und Binnenschiff verlagert worden. Dies sind Verkehre, die hauptsächlich über die Häfen Hamburg und Bremerhaven auf das Zentrum zulaufen. Im betrachteten Zeitraum sind dies rd. 20.000 Container p.a., die nicht mehr von den Häfen über die Straße transpor-tiert werden, damit die regionalen Straßen und Autobahnen entlasten und die Umweltbeeinträchtigungen der betroffen Bürger substantiell verringert haben, ohne dass die Qualität und Wirtschaftlichkeit der logistischen Dienst-leistung hierdurch gemindert wurde. Im ablaufenden Verkehr konnten die ge-steckten Ziele aufgrund unerwarteter Mengenzuwächse bislang nur partiell erreicht werden, dort aber ebenfalls mit Verlagerungseffekten von 80% bis 90%.
Das Forschungsprojekt zeigt exemplarisch, wie durch zielgerichtete Kooperation und Engagement aller betroffenen Partner, d.h. Verlader, Logistik-dienstleister und ein flexibles, mittelständisches Eisenbahnverkehrsunternehmen ein nachhaltiges, innovatives Logistikkonzept entwickelt werden kann, welches die spezifischen Vorteile der Verkehrsträger Schiene, Straße und Binnenschiff ökonomisch und ökologisch verträglich miteinander kombiniert. Angesichts der überproportional ansteigenden Nachfrage nach Güterverkehrs-leistungen braucht der Wirtschafts-standort Deutschland Lösungen dieser Art, um die logistische Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung auch langfristig auf höchstem Niveau sicherstellen zu können.