Wort ab

Liebe Leserinnen und Leser,

mit dieser Ausgabe des Newsletters Mobilität & Verkehr bieten wir Ihnen nun zum neunten Mal Einblicke in unsere aktuellen und künftigen Forschungsthemen. Unser Schwerpunkt ist diesmal auf die Nachhaltige Mobilität gerichtet. Wir informieren Sie über bevorstehende Veranstaltungen und lassen Menschen zu Wort kommen, welche die Mobilität von morgen bereits heute leben.
Die Posterseite möchte diesmal unserer Aufbruchsstimmung ein Bild geben: Nach der öffentlichen Ausschreibung der Projektträgerschaft Mobilität und Verkehrstechnologien durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) freuen wir uns über den erneuten Zuschlag an die TÜV Rheinland Consulting GmbH. Mit aktuellen Förderschwerpunkten wollen wir gemeinsam mit dem Auftraggeber das Verkehrsforschungsprogramm des Bundes weiter vorantreiben. Zusätzlich werden wir gemeinsam mit unserem Partner VDI VDE-IT die Umsetzung der Ressort-übergreifenden Schaufenster Elektromobilität als Projektträger unterstützen.

In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich.

Magnus Lamp, Leiter Forschungsmanagement     

Köln, den 15.07.2012

 

Interview mit FAUN Umwelttechnik

Interview mit FAUN Umwelttechnik zum neu entwickelten Abfallsammelfahrzeug mit dieselelektrischem Antrieb

Fragen an Dr. Kirchhoff, Geschäftsführer

Wie kam es zu der Idee, ein Hybrid-Entsorgungsfahrzeug zu entwickeln?

Der Wunsch unserer Kunden nach effizienteren Fahrzeugen, die leiser sind und eine deutliche Verbesserung des Kraftstoffverbrauches bewirken steht stets und stand auch beim Hybrid- Entsorgungsfahrzeug im Vordergrund unserer Entwicklungsbemühungen. Da am LKW-Markt keine Fahrzeuge verfügbar waren, die speziell auf Kraftstoff-Ökonomie für das ewige „Stop and Go“ eines Entsorgungsfahrzeuges getrimmt waren, beschlossen wir, selbst ein entsprechendes Entwicklungsprojekt aufzulegen. Daraufhin erfolgte zunächst eine Ist-Aufnahme, d. h. eine Untersuchung zu den Nutzungsprofilen konventioneller Abfallsammelfahrzeuge, die dann der weiteren Entwicklung zugrunde gelegt wurde. Im Ergebnis wurde ein zweiter, für die Abfallsammlung optimierter Antriebsstrang eingebaut, der als serieller Hybrid mit eigenem Stromerzeuger ausgelegt ist und das beim häufig vorkommenden Bremsen ansonsten in Wärme „verschwendete“ Energiepotential nutzbar macht.

Welche Chancen und Bedingungen sehen Sie für eine deutschlandweite Nutzung solcher Fahrzeuge?

Zurzeit werden die ersten zwanzig Abfallsammelfahrzeuge ausgeliefert, die als Feldversuchsfahrzeuge in den normalen Dienst bei Kunden gehen, die deutschlandweit in den unterschiedlichsten Szenarien Abfälle einsammeln. Daraus erwarten wir Erfahrungen um weiteres Verbesserungspotenzial zu erschließen und Einsatzerfahrung zu gewinnen. Generell gilt aber schon jetzt, dass die Fahrzeuge der DUALPOWER-Klasse überall einsetzbar sind, wenn auch mit unterschiedlichem Einspareffekt beim Kraftstoffverbrauch; dieser Effekt hängt stark von der jeweiligen Revierstruktur ab, so dass keine pauschal gültigen Garantien möglich sind. 33% Einsparungen sind aber durchschnittlich stets zu erreichen. Zusätzlich konnten wir das Lärmniveau soweit reduzieren, dass die Fahrzeuge nun auch in Tagesrandzeiten oder sogar nachts genutzt werden können. Es bietet sich mit diesem Konzept weiterhin die Chance deutschlandweit 240.000 Tonnen CO2-Emissionen einzusparen sowie den Stickoxidausstossum 5.300 Tonnen zu vermindern. Es wäre vorteilhaft, wenn insbesondere in Innenstadtgebieten diese Reduzierungen monetär vom Gesetzgeber belohnt würden, um einen deutlichen Impuls für mehr Umweltqualität zu setzen und den Einsatz dieser Antriebskonzeption zu flankieren.

Gibt es bereits weiterführende Forschungsideen/-pläne?

Im nächsten Projektschritt wird es zunächst darum gehen, die im Feld gewonnenen Erkenntnisse kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Fahrzeuge einzubringen. Parallel arbeiten wir an einer deutlichen Reduzierung der Herstellkosten, um das Fahrzeugkonzept auch für den Hersteller und unsere Kunden wirtschaftlicher zu gestalten. Zusätzlich zu den Fahrzeugen mit dieselgeneratorischer Energieerzeugung gibt es auch ein Abfallsammelfahrzeug, das in Berlin mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle den erforderlichen Strom erzeugt und damit lokal vollkommen emissionsfrei arbeitet. Auch diesen Versuchsträger beobachten wir genau und werden ihn weiterentwickeln.

Fragen an Herrn Börger, Fahrer

Wie war Ihre Reaktion auf die Umstellung zu einem Hybrid-Entsorgungsfahrzeug?

Im ersten Moment ist das komisch, weil man nicht mehr bremsen muss. Aber insgesamt fährt sich das neue Auto richtig bequem, weil es so schön leise ist. Auch die Kollegen kommen gut klar. Die Schüttung ist ja fast genauso wie wir das gewohnt sind.

Welche Erfahrungen haben Sie in der Testphase bei der Anwendung gemacht?

Ganz zu Anfang gab es schon kleinere Probleme. Das war aber zum Teil nur die Umgewöhnung. Jetzt ist eigentlich alles ok. Die Lenkung könnte noch etwas leichter gehen.

Was halten Sie persönlich von der Entwicklung hin zu solchen Fahrzeugen?

Es ist schon gut, dass die Müllwagen leiser werden. Die Normalen machen ja ganz schön Krach. Und weniger Sprit brauchen sie auch noch, das ist auch gut.

 

Safety First - Kooperative Fahrerassistenzsysteme

Am 28. und 29. September 2011 fand die Zwischenpräsentation der Forschungsinitiative Ko-FAS statt. Am ersten Tag der Veranstaltung, die in Aschaffenburg stattfand, informierten die Projektpartner in Fachvorträgen über den aktuellen Entwicklungsstand. Der zweite Tag im nahe gelegenen Alzenau stand unter dem Zeichen, die Konzepte und Technologien real erlebbar werden zu lassen. In einer weltweit ersten Demonstration wurde in realen Fahrmanövern gezeigt, wie kooperative Sensortechnologien für eine lückenlose Umfelderfassung und ein kooperatives Zusammenwirken von Fahrzeugen sowie die zuverlässige Eigenlokalisierung eingesetzt werden können. Dies dient vor allem auch in urbanen Umgebungen zur Steigerung der Verkehrssicherheit.

Ansprechpartner: Opens window for sending emailjuergen.frenzel[at]de.tuv.com

 

Internationale Elektromobilität

Am 20. September 201 1 luden das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und das Deutsche Institut für Normung (DIN) im Rahmen der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) zur „International Conference on Electromobility Standardization“ ein. 140 Teilnehmer/-innen aus 19 verschiedenen Ländern hörten hochkarätige Vorträge sowie Plenumsdiskussionen zum Thema und leisteten in Breakout Sessions ihren eigenen Beitrag zum Thema. Nicht nur in nationalen FuE- Programmen sondern auch bei internationalen Kooperationen hat die Forschung zum Thema Elektromobilität für Individual- und Wirtschaftsverkehr sowie zur dazu nötigen Infrastruktur zunehmend an Bedeutung gewonnen. Um die Entwicklungen im internationalen Kontext nutzbar machen zu können, ist der Weg über Standardisierung und Normung nicht nur ein nützlicher, sondern ein unverzichtbarer Aspekt.

Ansprechpartner: Opens window for sending emailmario.beier[at]din.de

 

simTD: Car-to-X-Kommunikation

Startschuss für weltweit größten Feldversuch zur Car-to-X-Kommunikation

Vom 11. Bis zum 13. Oktober 2011 präsentierte sich das Projektkonsortium simTD (Sichere Intelligente Mobilität-Testfeld Deutschland) in Friedberg/ Hessen der Öffentlichkeit. Erstmalig wurde das in intensiver, dreijähriger Forschungsarbeit entwickelte System zur Car-to-X-Kommunikation mit Testfahrten auf dem Versuchsgelände demonstriert. Damit ist nun die Grundlage für den weltweit größten Feldversuch zur Fahrzeug-Fahrzeug- und Fahrzeug-Infrastruktur-Kommunikation auf deutschen Straßen geschaffen. Durch Car-to-X-Kommunikation werden Fahrzeuge und Infrastruktur elektronisch vernetzt. Informationen zur Verkehrslage werden an die simTD-Versuchszentrale übermittelt, die dann zuverlässig prognostiziere Verkehrsentwicklungen zielsicher steuert und den Verkehrsteilnehmern wiederum zur Verfügung stellt. Dies reduziert u. a. auch den CO2-Ausstoß im Straßenverkehr. BMWi, BMBF und BMVBS fördern simTD mit rund 40 Millionen Euro.

Ansprechpartner: Opens window for sending emailmarcel.vierkötter[at]de.tuv.com

 

Im Auftrag der Konjunktur – Elektromobilität

Im Rahmen des Konjunkturprogramms II wurden insgesamt 500 Mio. Euro für die Förderung von anwendungsorientierter Forschung im Bereich Mobilität zur Verfügung gestellt. Der ZB FM hat dabei das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) bei der Förderinitiative „Antriebskonzepte für Elektro- und Hybridfahrzeuge“ unterstützt. Diese bereitet den Weg zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz von Plug-In-Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Im Fokus standen hierbei Motoren und weitere Komponenten des Antriebsstrangs, wie z. B. Hybridgetriebe. Die ganzheitliche Optimierung von Antriebssträngen oder der Bordtechnik, bei der etwa durch die Elektrifizierung von Nebenaggregaten zusätzliche Verbrauchseinsparungen des Gesamtfahrzeugsystems erzielt wurden, konnte durch diese Fördermaßnahmen erreicht werden. Um im weltweiten Wettbewerb zu bestehen, waren außerdem relevante Aspekte der Normung und Standardisierung bei der Forschung an Energiespeichern, Fahrzeugtechnik und Netzintegration einzubeziehen. Die Fördermaßnahme umfasste insgesamt 28 Vorhaben, die zwischen Oktober 2009 und Juli 2010 bewilligt und zum 30. September 2011 erfolgreich abgeschlossen wurden. Die Gesamtkosten der Projekte beliefen sich auf rund 71 Mio. Euro, von denen durch das BMWi 32,2 Mio. Euro getragen wurden. Beispielhaft ist das Projekt HyTruck zu nennen. Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen entwickelte ein universelles Hybridmodul, das vom leichten Verteiler-LKW über Stadtbusse und Landmaschinen bis hin zum schweren Fernverkehrs-LKW eingesetzt werden kann. In Zusammenarbeit mit dem Nutzfahrzeughersteller MAN Truck & Bus wurden diese Hybridmodule in verschiedene Fahrzeuge integriert und ausgiebig getestet. Besonders zu erwähnen ist dabei ein Feldversuch im Raum München. Mehrere Monate wurden zwei Hybrid-LKW im Verteilerdienst eines Großhändlers für Reinigungs- und Hygieneartikel eingesetzt und auf ihre Alltagstauglichkeit geprüft. Erstmalig wurde in diesem Projekt außerdem ein schwerer Fernverkehrs-LKW hybridisiert. Die Projektpartner erwarten bei dieser Fahrzeugklasse besonders aufgrund der hohen jährlichen Laufleistungen ein großes CO2-Einsparpotential.

Ansprechpartner: Opens window for sending emailbernhard.koonen[at]de.tuv.com

 

Ruhe bitte! Leiser Verkehr

Schaut man in Köln aus dem 20. Stock des TÜV Rheinland Hochhauses zur Rodenkirchener Brücke, so blickt man auf einen Bahndamm, der sich an Häusern vorbei in Richtung Rhein zieht. Fährt gerade ein Güterzug vorbei, kann man an die brummende Wirtschaft oder an die Modelleisenbahn im Keller denken. Steht man allerdings direkt am Bahndamm, ist es mit der Idylle dahin: laut ist es und manchmal bebt sogar der Boden. Auch dies ist zwar ein Zeichen von wirtschaftlicher Prosperität, macht aber gleichzeitig die Konflikte zwischen Mobilitätserwartung und Lebensqualität in einem hoch entwickelten Land wie unserem deutlich. Eine Reihe von Forschungsprojekten arbeitet im Rahmen des Forschungsverbundes „Leiser Verkehr“ des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) daran, diesen Konflikt abzubauen, bzw. verträglicher zu gestalten. Gestecktes Ziel dieser Forschungsaktivitäten ist die Reduzierung des Lärms an der Quelle seiner Entstehung. Ein Hauptansatzpunkt ist dabei der Schienengüterverkehr. Hier sollen z. B. mit den Forschungsprojekten „Leiser Zug auf realem Gleis“ (LZarG) und „Lärmreduzierter Güterverkehr durch innovative Verbundstoff Bremsklotzsohlen“ (LäGiV) die technischen Grundlagen gelegt werden, um bis 2020 den Schienenverkehrslärm im Vergleich zum Jahr 2000 zu halbieren. Bei beiden Projekten werden Technologien entwickelt, die eine Umrüstung des Güterwagenbestandes zum Ziel haben. In LZarG werden zusätzlich Maßnahmen am Schienenweg entwickelt. Dadurch soll eine spürbare und mittelfristige Lärmminderung ermöglicht werden. Für den Bereich der Straße wird in dem Verbundprojekt „Leiser Straßenverkehr“ (LeiStra) versucht, den im Kontaktbereich zwischen Reifen und Fahrbahn entstehenden Lärm signifikant zu reduzieren. In den bereits in der 3. Phase laufenden Forschungsaktivitäten werden hierzu geeignete Simulationsmodelle entwickelt und erprobt, die eine sichere Bewertung und Vorausberechnung von Entwicklungen in den Bereichen der Fahrbahnoberflächen und der Reifen ermöglichen, welche auch beispielhaft und erfolgreich im Rahmen des Projektes realisiert wurden. Diese technischen Entwicklungen leisten neben deutlich geringeren Lärmemissionen auch eine Optimierung der jeweiligen Gebrauchseigenschaften. Ein weiterer Ansatz ist die Reduzierung des Lärms am Übergang einer Fahrbahn zu einer Brücke, an dem besonders störende Lärmimpulse entstehen können. Nach Abschluss der Forschungsaktivitäten im Jahr 2014 sollen Technologien zur Verfügung stehen, die eine Reduzierung des Lärms auf der Straße um 10dB ermöglichen sollen.

Ansprechpartner: Opens window for sending emailjuergen.frenzel[at]de.tuv.com; Opens window for sending emailbernhard.koonen[at]de.tuv.com

 

Buchtipp

Von der Forschungsidee zur Richtlinie

Das im Rahmen des Forschungsverbunds „Leiser Verkehr - Leise Züge und Trassen" erstellte Handbuch „Handlungsempfehlungen zur Verminderung der in Gleisbögen auftretenden Geräusche" (Kurzbezeichnung „Handbuch Kurvengeräusche") wurde als VDV-Schrift 611 „Geräusche in Gleisbögen des schienengebundenen ÖPNV - Handlungsempfehlungen zu ihrer Verminderung" veröffentlicht.

Es ist erhältlich bei der Einkaufs- und Wirtschafts-Gesellschaft für Verkehrsunternehmen.

Weitere Informationen: Opens external link in new windowwww.beka.de

 

FIS hat Tradition

Im Jahr 2000 hat sich der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) zum Ziel gesetzt, den Wissenstransfer zwischen Forschung, Politik und Praxis kontinuierlich zu fördern und rief deshalb das Forschungsinformationssystem, kurz FIS, ins Leben. Das FIS, frei zugänglich unter Opens external link in new windowwww.forschungsinformationssystem.de, soll das Auffinden relevanten Forschungswissens vereinfachen, indem aktuelle Erkenntnisse der Verkehrsforschung laufend zusammengetragen werden. Das FIS unterscheidet sich von reinen Forschungsdatenbanken, in denen lediglich Forschungsberichte zusammengetragen werden. Vielmehr analysieren renommierte Forschungseinrichtungen für das BMVBS eine Vielzahl von Ergebnissen aus der Ressortforschung des BMVBS und aus dem weiteren nationalen und internationalen Forschungsumfeld und bereiten diese Erkenntnisse in kurzen Texten zusammenfassend auf. Zur visuellen Strukturierung der komplexen Sachverhalte werden die einzelnen Textbausteine mit Hilfe von Wissenslandkarten thematisch verknüpft. Die inhaltliche und organisatorische Gesamtleitung übernehmen im Auftrag des BMVBS für weitere drei Jahre der ZB FM zusammen mit dem DLR, Institut für Verkehrsforschung. Beide Institutionen
hatten diese Aufgabe gemeinsam schon für die Jahre 2008 bis 2011 inne. Um eine strategische Weiterentwicklung des FIS für die nächsten drei Jahre anzustoßen wurde am 14.06.2011 im BMVBS in Berlin eine FIS-Tagung veranstaltet. Dort wurden mit ca. 80 interessierten FIS-Nutzern weitere Optionen zur Attraktivitätssteigerung des FIS diskutiert. Ziel ist es, das FIS zu einer noch breiter genutzten Informationsplattform für Verkehrsforschung und
-politik zu machen. Es befindet sich auf einem guten Weg dorthin: Durch die im Januar 2011 aufgehobene Registrierungspflicht zur Nutzung des FIS hat sich die durchschnittliche Anzahl der Besuche pro Monat im Vergleich zum Vorjahr um das ca. 10-fache erhöht.

Ansprechpartner: Opens window for sending emailsoeren.grawenhoff[at]de.tuv.com

 

Von Tür zu Tür und IP-KOM-ÖV

Mit der Forschungsinitiative „Von Tür zu Tür – eine Mobilitätsinitiative für den öffentlichen Personenverkehr der Zukunft“ will das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) zu einer nachhaltigen Mobilität im Personenverkehr beitragen. Etwa 28 Mio. Menschen nutzen in Deutschland täglich den öffentlichen Personenverkehr und vermeiden damit rund 19 Mio. PKW-Fahrten. Diese Fahrgastzahlen werden steigen, wenn die Nutzung des öffentlichen Verkehrs einfacher und komfortabler wird. Das ist das Ziel der geplanten Förderaktivitäten. Der öffentliche Personenverkehr versteht sich zunehmend als Mobilitätsanbieter für die gesamte Wegekette zwischen Start und Ziel, d. h. von Tür zu Tür. Im Straßenverkehr hat sich der Autofahrer bereits daran gewöhnt, von intelligenten Navigationssystemen ohne eigenes aktives Eingreifen kontinuierlich über den Reiseverlauf und mögliche Störungen informiert und sicher und einfach von Tür zu Tür begleitet zu werden. Diese Erwartungshaltung der Verkehrsteilnehmer soll der öffentliche Personenverkehr ebenfalls erfüllen können. Dazu müssen dem einzelnen Fahrgast auf seiner Reise dynamische personalisierte Reiseauskünfte über seine augenblickliche Verkehrsverbindung aktiv bereitgestellt werden. Er soll entlang seiner individuellen Reiseroute mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Start bis zum Ziel, eventuelle Fahrplanabweichungen berücksichtigend, kontinuierlich begleitet und navigiert werden. Diese Navigation steht im Mittelpunkt der Fördermaßnahme „Von Tür zu Tür“. Nach der Veröffentlichung der Bekanntmachung „Von Tür zu Tür“ am 10. Januar 2011 wurde eine große Anzahl von Projektskizzen mit innovativen Lösungsansätzen beim Projektträger
Mobilität und Verkehrstechnologien der TÜV Rheinland Consulting GmbH eingereicht. Das Auswahlverfahren wurde im Juli abgeschlossen. Da das Fördervolumen mit 25 Mio. Euro begrenzt ist, konnte nur etwa ein Drittel der eingegangenen Vorschläge für das weitere Verfahren berücksichtigt werden. Erste Projekte werden voraussichtlich im Sommer 2012 beginnen. Die im Rahmen der Forschungsinitiative in den nächsten Jahren zu entwickelnden Navigationsdienste für den öffentlichen Personenverkehr können allerdings nur dann durchgängige Reiseinformationen bereitstellen, wenn die am Personenverkehr beteiligten Unternehmen in der Lage sind, ihre aktuellen Verkehrsinformationen untereinander auszutauschen. Die Verkehrsunternehmen müssen miteinander kommunizieren können. Dazu sind eine gemeinsame Sprache („Wörterbuch“) und Regeln („Grammatik“) festzulegen. Die Voraussetzung für diesen Datenaustausch sind Kommunikationsstandards. Diese Standards werden in dem eigenständigen, von der Mobilitätsinitiative „Von Tür zu Tür“ unabhängigen Forschungsvorhaben „IP-KOM-ÖV“ unter der Federführung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) vorbereitet, um sie anschließend als verbindlich in den Regelwerken und europäischen Normen festzuschreiben. Der VDV hat die Koordination dieses, ebenfalls vom BMWi geförderten Projektes übernommen und auf seiner Homepage nähere Informationen über die Forschungsinhalte veröffentlicht.

Ansprechpartner: Opens window for sending emailreinhard.littmann[at]de.tuv.com

 

Surftipp

Opens external link in new windowwww.its.dot.gov/safety_pilot

V2i - Forschung in den USA

An der Entwicklung von intelligenten Transportsystemen (ITS) – so wie in Deutschland etwa im Projekt simTD oder im Rahmen europäischer Forschung bei der Vehicle 2 Infrastructure-Kommunikation – wird auch in den USA gearbeitet, so wie hier beim Safety Pilot Program.

 

Don’t Drink and Drive : EU Forschungsprojekt abgeschlossen

Psychoaktive Substanzen wie Alkohol, Drogen und Medikamente sind häufig die Hauptursache für Verkehrsunfälle. Das im 6. EU Forschungsrahmenprogramm geförderte Projekt DRUID (Driving Under Influence of Drugs, Alcohol and Medicines) zielte darauf ab, wissenschaftliche Grundlagen für verkehrspolitische Entscheidungen zu schaffen und effiziente Maßnahmen zur Bekämpfung von psychoaktiven Substanzen im Straßenverkehr zu entwickeln. 37 Forschungseinrichtungen aus 18 europäischen Ländern arbeiteten eng zusammen, um vorhandene Wissenslücken zu schließen und Grundlagen für harmonisierte, EU-weite Vorschriften zu schaffen. DRUID wurde federführend von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) koordiniert; die TÜV Rheinland Consulting GmbH war für das interne sowie externe Finanzmanagement und das Berichtswesen für dieses internationale Vorhaben verantwortlich. Das Projekt DRUID mit einem Gesamtbudget von über 23,5 Millionen Euro und einer fünfjährigen Laufzeit wurde Mitte Oktober 2011 erfolgreich beendet. Die Projektergebnisse sind unter Opens external link in new windowwww.druid-project.eu veröffentlicht und wurden im Rahmen einer zweitägigen Konferenz Ende September 2011 in Köln dem interessierten Fachpublikum vorgestellt.

Ansprechpartnerin: Opens window for sending emailludgera.klinge-habermann[at]de.tuv.com

 

Die „Intelligente Logistik“ geht in die nächste Runde

Am 20. und 21. September 2011 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in Berlin zur Abschlussveranstaltung der Förderbekanntmachung „Intelligente Logistik im Güter und Wirtschaftsverkehr“ eingeladen. Dabei stellten neben 11 Projektverbünden auch die externe projektübergreifende Evaluation ihre Ergebnisse vor. Seit Beginn des Förderschwerpunkts im Jahre 2006 wurden die Entwicklung innovativer Lösungsansätze für ein funktionierendes Verkehrssystem und effiziente Transportprozesse durch das BMWi in 22 Verbundprojekten und mit 24,5 Mio Euro gefördert. Die Evaluation ergab sehenswerte Ergebnisse. Es standen neben der Bemessung von Innovationspotentialen eine Analyse der Umweltwirkungen sowie das verkehrliche Wirkungspotential im Vordergrund. Die Innovationsanalyse zeigte zahlreiche Innovationsimpulse und innovatorische Leistungen auf, welche bereits zum Ende der Laufzeit zu 35 Produkt- und 27 Prozessinnovationen sowie 7 Patenten führten. 680 Mio. Lkw-Kilometer können jährlich insgesamt laut der verkehrlichen Wirkungsanalyse eingespart werden. Hochgerechnet auf die von den Verbundprojekten adressierten Transportmärkte in Deutschland insgesamt sind das 1,6% der Fahrleistungen aller deutschen Lkw. Enorm sind auch die Umweltwirkungen: alleine bei einer
Umsetzung der Ergebnisse für die Verbundprojekte könnten pro Jahr über 110 Tausend Tonnen CO2- und über 500 Tonnen Stickoxid-Emissionen vermieden
werden. Diese Forschungserfolge in derLogistik sollen nun durch eine weitere Förderbekanntmachung des BMWi mit dem Titel: „Zukunftsfähige
Logistiknetzwerke“ weitergeführt werden. Die Förderbekanntmachung, bei der bis zu 25 Mio. Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt werden, soll insbesondere Verbundforschungsprojekte, in denen sich die durch den Materialfluss verknüpften Partner besser abstimmen, fördern: Bisherige Systemgrenzen, welche aus übergeordneter Sicht nur Insellösungen darstellen, gilt es zu überschreiten und deren Verknüpfungen zu verbessern. Wege und Methoden zur Effizienzsteigerung des Gesamtsystems sind somit Hauptanliegen dieses neuen Forschungsschwerpunktes.

Ansprechpartnerin: Opens window for sending emailsilke.kremer[at]de.tuv.com

Nationale Kontaktstelle Verkehr

Die Nationale Kontaktstelle Verkehr (Opens external link in new windowNKS Verkehr) ist Anlaufstelle für alle Wissenschaftler/innen und Institutionen, die im Bereich Verkehr an den europäischen Forschungsprogrammen teilnehmen möchten. Sie unterstützt die deutsche Forschungs- und Innovationslandschaft in allen Belangen von Opens external link in new windowHorizont 2020.

Broschüre NFST

Im Rahmen des Programms „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“ werden Forschungsprojekte in den Themenfeldern „Automatisiertes Fahren“ und „Innovative Fahrzeuge“ gefördert.


Erste Zwischenergebnisse ausgewählter Forschungsprojekte finden Sie in der Broschüre: Initiates file downloadDownload

 

Skizzeneinreichung

Im Rahmen des BMWi-Fachprogramms „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“ sind Projektskizzen über das Portal easy-Online einzureichen. Projektskizzen dürfen maximal 15 Seiten umfassen. Die Bewertung der vorliegenden Ideen erfolgt jeweils zum Stichtag 31.03. bzw. 30.09 im wettbewerblichen Verfahren.

Weitere Informationen finden Sie  Opens internal link in current windowhier.

Neue Kollegen gesucht

Der Projektträger Bodengebundene Verkehrstechnologien sucht 
kaufmännische Mitarbeiter für die administrative Unterstützung der Projektarbeit und studentische Aushilfen für die Standorte Köln und Berlin.

Interesse? Bitte richten Sie eine Kurzbewerbung an
Opens window for sending emailSabine Blank.

 

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