Liebe Leserinnen und Leser,

ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns - auch in der Verkehrsforschung. Forschungsschwerpunkte wie das Verkehrsmanagement 2010 oder der Schienengüterverkehr 2010 konnten mit der Präsentation ihrer Ergebnisse überzeugen. Forschungsschwerpunkte wie die Intelligente Logistik und Innovative Seehafentechnologien II (ISETEC II) haben sich etabliert. Neue Projekte und Initiativen z. B. in den Bereichen Antriebstechnik und Verkehrstelematik sind in der Entwicklung. Die Umsetzung des neuen Verkehrforschungsprogramms hat damit spürbar Fahrt aufgenommen. Fahren Sie mit!


Herzlichst Ihr

Dr. Holger Saß
Leiter Forschungsmanagement

Köln, den 10. Dezember 2008

 

InnoTrans 2008

Fachkonferenz Schienenverkehr

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) richtete die Fachkonferenz „Schienenverkehr – sicher, leise, effizient“ am 22.09.2008 (am Vortrag des Messebeginns) im Hotel Meliá, Berlin-Mitte, aus. Jochen Homann, Staatssekretär im BMWi, hat die Veranstaltung eröffnet. Weitere Eröffnungsvorträge hielten Friedrich Smaxwil, Präsident des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland, und Dr. Volker Kefer, Vorstandsvorsitzender der DB Netz.

Danach wurden den rund 200 Teilnehmern Projekte aus der Bahnforschung, die wichtige Impulse in Bezug auf die Sicherheit, Umweltverträglichkeit und Effizienz des Schienenverkehrs geben, vorgestellt. Aspekte zur Ausrichtung der strategischen Forschungslinien im Programm bildeten den Schlusspunkt der Fachkonferenz. Ein Abendempfang im Museum für Kommunikation, Berlin-Mitte, rundeten den Tag ab.

Zur Fachkonferenz Schienenverkehr ist eine Broschüre erschienen, die bei Interesse ab Oktober kostenlos zugesendet und auf dieser Webseite als PDF-Datei heruntergeladen werden kann.

Messestand des BMWi auf der InnoTrans vom 23. bis 26. September 2008

Auf dem Messestand zur InnoTrans in Halle 6.2/ 109 erwartete die Besucher unter dem Thema „Schienenverkehr – sicher, leise, effizient für Mensch und Umwelt“  ein repräsentativer Querschnitt aktueller Ergebnisse der Bahnforschung zum Anfassen. Interessenten hatten zudem die Möglichkeit zu vertiefenden Fachgesprächen mit Mitarbeitern des BMWi und des Projektträgers.

Mobile Zukunft mit intelligenten Verkehrssystemen

Rund 300 Vertreter aus dem Kreise der deutschen Verkehrsforschung sowie Vertreter aus Städten und Kommunen sowie öffentlichen Verkehrsunternehmen besuchten am 20. und 21. Mai 2008 die BMWi-Fachkonferenz „Verkehrsmanagement und Verkehrstechnologien“ in Halle. Auf die Teilnehmer wartete ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm, das über aktuelle Fragestellungen, Schwerpunkte und Ergebnisse der Verkehrsforschung auf den Gebieten der Verkehrssteuerung mit dem Ziel eines besseren Verkehrsmanagements informierte.

Folgende thematische Schwerpunkte standen im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen:

  • Mobile Datenerfassung
  • Methoden und Werkzeuge für eine umfassende Verkehrslagedarstellung
  • Wege zu einem besseren Verkehrsmanagement – Kooperation durch Vernetzung
  • Verkehrsmanagement und Informationsdienste für den orientierten Verkehrsteilnehmer
  • Nutzen und Potentiale von Verkehrsmanagement-Systemen

Dabei wurden die Themen sowohl aus dem Blickwinkel forschender Institutionen aus Wissenschaft und Wirtschaft wie auch anwendender Organisationen aus Politik und Verwaltung betrachtet.
Der Staatssekretär des BMWi, Jochen Homann, wies in seinem Vortrag insbesondere auf die Schlüsselrolle der Informations- und Kommunikationstechnologie hin. „Was uns zuversichtlich stimmt, ist die sehr markante technologiegetriebene Dynamik im Informations- und Kommunikationssektor, die erhebliche Lösungspotenziale für unsere Verkehrsprobleme enthält. Diese Potenziale wollen wir mit einer intensiven Technologieförderung nutzbar machen.“

Die Veranstaltung wurde ergänzt durch eine Ausstellung, im Rahmen derer die Forschungsverbünde des BMWi-Förderschwerpunktes „Verkehrsmanagement 2010“ ihre Projektaktivitäten präsentierten.

Zur Fachkonferenz Verkehrsmanagement und Verkehrstechnologien ist eine gleichnamige Broschüre erschienen, die alle Vorträge der Tagung in komprimierter Form enthält. Der Band umfasst ca. 150 Seiten und wird Interessenten kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Er steht ebenso unter Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.vm2010.de als Download zur Verfügung.

Interview mit Staatssekretär Jochen Homann im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Herr Staatssekretär, Ende Februar 2008 hat das Kabinett das neue Verkehrsforschungsprogramm der Bundesregierung verabschiedet. Ihr Haus hatte dabei die Federführung ebenso wie beim Energie- und beim Luftfahrt-Forschungsprogramm. Wie ordnet sich das neue Verkehrsforschungsprogramm in diesen Kontext ein?

Das neue Verkehrsforschungsprogramm ist eine wichtige Ergänzung zu den anderen Programmen und ist an verschiedenen Stellen eng mit ihnen verzahnt. Dies betrifft zum Beispiel effiziente Antriebstechnologien oder auch die Anbindung von Flughäfen an das öffentliche Verkehrsnetz. Mit dem neuen Forschungsprogramm schaffen wir einen verlässlichen Handlungsrahmen für die Verkehrs- und Mobilitätsforschungspolitik der Bundesregierung in den nächsten Jahren. Wir geben damit der Wirtschaft und Wissenschaft einen Orientierungsrahmen, auf welchen Gebieten der Verkehrsforschung wir in den nächsten Jahren Projekte fördern wollen. Zur Umsetzung des neuen Verkehrsforschungsprogramms der Bundesregierung sind insgesamt 300 Mio. Euro für den Zeitraum 2008 – 2011 vorgesehen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie wird davon 220 Mio. Euro zur Verfügung stellen.

Warum brauchen wir ein neues Verkehrsforschungsprogramm?

Das neue Programm löst jetzt ein Programm ab, das es bereits seit dem Jahr 2000 gibt. Die wesentlichen Schwerpunkte des alten Programms sind abgearbeitet. Zu nennen sind hier in erster Linie die großen Leitprojekte zum Thema „Mobilität in Ballungsräumen“, die mit 80 Millionen Euro aus dem Verkehrsforschungsprogramm gefördert wurden. Es ist also an der Zeit, den Blick nach vorn auf neue Herausforderungen zu richten.

Wir haben seit etwa 2 Jahren eine kritische Bestandsaufnahme der bisherigen Forschung vorgenommen und den Dialog mit der Wirtschaft und Wissenschaft geführt. Dabei hat es sich klar herausgestellt, dass angesichts der großen gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen ein funktionierendes und effizientes Verkehrssystem eine wichtige Voraussetzung ist. Dazu sind nicht nur umfangreiche Investitionen zum Beispiel in die Infrastruktur erforderlich, sondern auch neue technologische Entwicklungen. Ich denke hier vor allem an den Bereich der Logistik oder an Technologien zur Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr.

Was ist neu an dem 3. Verkehrsforschungsprogramm?

Das neue Programm - und hierbei beschränke ich mich auf den Programmteil des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) - hat drei thematische Schwerpunkte:

  1. „Intelligente Logistik“, mit dem Ziel, Deutschland zur effizientesten europäischen Logistikdrehscheibe zu entwickeln,

  2. „Mobilität für Menschen im 21. Jahrhundert“ zur Sicherung und Gestaltung der zukünftigen Mobilitätsanforderungen vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklungen und Klimaherausforderung und

  3. „Intelligente Infrastruktur“ zur weiteren Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr sowie zur Vermeidung volkswirtschaftlicher Belastungen beispielsweise durch Staus.

Verglichen mit dem Vorgängerprogramm aus dem Jahr 2000 ist das neue Programm viel stärker auf technologische Innovationen ausgerichtet. Wir gehen davon aus, dass hierdurch auch der Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig profitieren wird.

Können Sie das bitte noch weiter ausführen?

Die „Logistik“ hat zum Beispiel in dem neuen Programm einen völlig neuen Stellenwert bekommen. Logistik ist in Deutschland, hinter Automobilindustrie und Handel, inzwischen zum drittgrößten Wirtschaftszweig herangewachsen und stellt eine wichtige Basis für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft im globalen Wirtschaftsgefüge dar. Wir erwarten für die Zukunft im Güterverkehr immense Steigerungsraten: Von 2005 bis 2030 um knapp 69 %, bis 2050 um 110%. Für uns stellt sich die Frage: Wie können wir dieses Verkehrsaufkommen bewältigen, ohne am Verkehr zu ersticken und gleichzeitig den Anforderungen der Wirtschaft genügen? Hier ist technologische Innovation in allen Ausprägungen gefordert. Darauf weist auch der Masterplan Güterverkehr und Logistik hin, der am 16.07.2008 vom Kabinett verabschiedet wurde.

Ähnliches gilt für das Thema „Infrastruktur“. Wir haben in Deutschland eine sehr gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur, die wir aber nur noch höchst eingeschränkt erweitern können. Sowohl aus finanziellen Gründen als auch wegen der nur begrenzt verfügbaren Flächen. Es gilt also, die bestehenden Infrastrukturressourcen intelligenter und sicherer zu nutzen. Dazu wollen wir beitragen.

Beim Thema „Mobilität für Menschen....“ bewegt uns die Frage: Welche Auswirkungen hat der demographische Wandel auf Mobilitätsbedürfnisse und den Verkehr und wie können wir diesen Herausforderungen mit Innovationen begegnen?

Und über allem steht als Querschnittsthema die Frage der Einhaltung der von uns gesetzten Klimaziele. Das Integrierte Energie- und Klimaprogramm der Bundesregierung zielt auf einen effizienten Klimaschutz. Dabei ist es unverzichtbar, dem Verkehrssektor besondere Aufmerksamkeit zu widmen, der mit etwa 20% zum CO2-Ausstoß in Deutschland beiträgt. Klimaschutz und Energieeinsparung gehen Hand in Hand. Naturgemäß steht das Auto als wichtigstes Verkehrsmittel im Zentrum der Diskussion. Energieeinsparung und CO2-Reduktion sind damit zentrale Bestandteile des neuen Programms.

Welche Botschaft geht von dem neuen Programm aus?

Insgesamt sollen die von uns geförderten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten dazu beitragen, vorrangig folgende Ziele zu erreichen:

  • Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Verkehrssysteme zu verbessern,

  • die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und nicht zuletzt

  • moderne Arbeitsplätze zu schaffen.

Mit dem neuen Programm machen wir damit auch deutlich, dass Mobilität für uns nicht nur negativ besetzt ist mit Schlagworten wie Stau, Lärm und Abgasen, sondern dass Mobilität im positiven Sinne auch ein grundlegendes gesellschaftliches Bedürfnis und Teil unserer Lebensqualität ist.

Herr Staatssekretär, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Neue Online-Plattform für europäische Verkehrsforschung

Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.springer.com/12544

European Transport Research Review (ETRR) ist ein neues Online-Jounal. Die Zeitschrift versteht sich als eine wissenschaftliche Plattform zur Verbreitung von europäischen Verkehrsforschungsergebnissen. Sie ist weiterhin darauf ausgerichtet, als Medium für neue Ideen und Entwicklungen, die ihren Ursprung in der europäischen Verkehrsforschungsgemeinschaft haben oder für diese interessant sind, zu fungieren. Die Beiträge sind sowohl für Forschern wie auch für Praktiker interessant.

Die Zeitschrift wurde in 2008 von ECTRI, einem Zusammenschluss von 20 verschiedenen europäischen Forschungseinrichtungen, ins Leben gerufen. Weitere Informationen hierzu unter Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ectri.org.

System Schiene 2010 - Bilanzierung einer Förderinitiative

Am 21. Mai 2001 gab der damalige Staatssekretär Dr. Thomas auf einer Kick Off Veranstaltung in München die Einrichtung des neuen Forschungsschwerpunktes „Forschung System Schiene 2010 “ bekannt. Nach siebenjähriger Laufzeit soll der Versuch einer Bilanz aus Sicht des Projektträgers gewagt werden, der das Ministerium bei der Entwicklung und Umsetzung dieser Initiative unterstützt hat.
Den programmatischen Rahmen für die Verkehrsforschung des Bundes bildete das Programm „Mobilität und Verkehr“ vom März 2000. Hier wurden die Ziele und Aktionsfelder der künftigen Förderung definiert.
Die Schaffung eines eigenen Programmschwerpunktes „System Schiene 2010“ beruht auf zwei Absichten:

  1. einer politische Botschaft, der Bahnforschung zukünftig wieder ein stärkeres Gewicht zu verleihen, dies sowohl in Richtung „Öffentlichkeit“ als auch nach innen (Mittelbereitstellung),

  2. die Konkretisierung des Verkehrsforschungsprogramms im Bereich Bahnforschung.

Ziel des neuen Schwerpunktes war es, einen Beitrag zur verstärkten Nutzung der Bahnen im Wettbewerb der Verkehrsträger zu leisten. Dies vor dem Hintergrund der damaligen Prognosen, die im Verkehrsbericht 2000 des BMVBS ihrem Niederschlag fanden und in denen ein Zuwachs des Güterverkehrs um 64 % bis 2015 vorausgesagt wurde.

Als zentrales Element des Forschungsschwerpunktes "System Schiene 2010" wurde im Mai 2001 der Ideenwettbewerb zur Leitvision „Europäischer Schienengüterverkehr 2010“ (SGV 2010) gestartet. Ziel war die Modernisierung der Güterbahn, um die Bahn durch innovative Entwicklungen so effizient und attraktiv zu machen, dass bis zum Jahr 2010 ein größtmöglicher Teil des Zuwachses im Güterverkehr auf die Schiene verlagert werden kann.
SGV 2010 umfasst 75 Einzelvorhaben mit Gesamtkosten von 54,6 Mio €, das BMWi trägt davon 26,9 Mio €. Erwähnenswert ist, dass der DB-Konzern lediglich mit 4 Vorhaben vertreten ist, während 12 Vorhaben auf NE-Bahnen entfallen. Im Bereich der Bahnindustrie ist der Mittelstand in gleicher Weise vertreten wie die großen Systemhäuser.

Jede Evaluation eines Forschungsprogramms steht vor dem Problem, den Erfolg der Förderung anhand messbarer Größen zu belegen. Die Energieverbrauchsminderung eines neuen Motorkonzeptes lässt sich konkret nachweisen, ebenso die Lärmminderung durch neue Verbundstoffbremssohlen. In der kurzfristigen Rückschau bleibt jedoch die Frage der künftigen Marktdurchdringung neuer Produkte offen, damit auch die Fragen nach z.B. Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen, nach gesamtwirtschaftlichen Verkehrsverlagerungseffekten oder globalen Energieeinsparungen.
Forschungsförderung versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe. Die Initiative zur technologischen Entwicklung muss von der Wirtschaft ausgehen, diese trägt auch die Mehrheit der Kosten und das Risiko. Als fördernde Institution kann der Staat durch Bereitstellen von Mitteln Risiken abfedern, Innovationszyklen beschleunigen sowie Entwicklungsrichtungen priorisieren (z.B. Nachhaltige Verkehrssysteme). Die technologische Entwicklung an sich kann (und will) er nicht unmittelbar beeinflussen.

Wesentlicher Maßstab für den Erfolg eines Programms ist deshalb dessen Akzeptanz durch die Wirtschaft, ausgedrückt durch deren eigene Investitionen und - damit zusammenhängend - durch die Nachfrage nach Fördermitteln. Im Umkehrschluss: Ein Programm, das keine Projekte generiert, dessen Mittel nicht abgefragt werden, wird kaum als erfolgreich einzustufen sein.
Eine Auswertung aller rd. 700, der Bahnforschung des BMWi / BMBF zwischen 1974 und 2008 zuzuordnenden Vorhaben zeigt nach gewichtigem Start in den 70er und 80er Jahren einen dramatischen Einbruch in der 2. Hälfte der 90er Jahre auf ein Niveau von rd. 2 Mio € / a . Nach Implementierung von „System Schiene 2010“ ab 2001 ist wieder ein deutlicher Anstieg der Fördermittel auf ein Niveau von rd. 10 Mio € / a zu verzeichnen, das sind rd. 20 % des Haushaltsansatzes für die Verkehrsforschung.

Im Folgejahr der Bekanntmachung SGV 2010, d.h. im Jahr 2002, wird in der Bahnforschung mit 20,6 Mio € das höchste Festlegungsvolumen, (durch neue Projekte festgelegten Fördermittel) seit 20 Jahren erreicht.
Ähnlich verhält es sich mit der Anzahl geförderter Projekte in der Bahnforschung. Ausgehend von einem Niveau von über 100 laufenden Vorhaben pro Jahr in 1980 fällt die Anzahl der Vorhaben weitgehend kontinuierlich bis 1998 auf ein Niveau von ca. 20 Vorhaben, um dann mit Beginn von System Schiene 2010 wieder auf über 100 laufende Vorhaben pro Jahr anzusteigen.
Die Bilanzierung fällt damit positiv aus, das forschungspolitische Ziel wurde erreicht.

Kurzfassung des in der Broschüre „Schienenverkehr- sicher, leise, effizient“ veröffentlichten Beitrags von Albrecht Wurm, Projektträger Mobilität und Verkehr, Bauen und Wohnen, TÜV Rheinland

30 Jahre deutsch-französische Verkehrsforschung (DEUFRAKO)

Im Jahr 1978 wurde die deutsch-französische Kooperation in der Verkehrsforschung vom deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt und vom französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d'Estaing ins Leben gerufen. Ziel war zunächst die Förderung der Hochgeschwindigkeitstechnologie im Bahnbereich. Später wurde die Zusammenarbeit auf die Bereiche Güterverkehr, Verkehrstelematik, städtischer Verkehr und Mobilität sowie Lärmreduzierung ausgeweitet. Heute basiert die Kooperation auf dem gesamten Spektrum der jeweiligen nationalen Verkehrsforschungsprogramme. Zahlreiche wichtige Forschungsvorhaben wurden in der nunmehr 30jährigen Geschichte von DEUFRAKO gefördert und erfolgreich abgeschlossen.

Im Rahmen eines Festaktes am 16. und 17. Oktober 2008 in Dresden wurde diese langjährige Zusammenarbeit gewürdigt. Darüber hinaus wurden wichtige Ergebnisse aus gemeinsamen Forschungsprojekten präsentiert. In drei thematischen Workshops wurden Möglichkeiten für die zukünftige deutsch-französische Kooperation in den Bereichen Güterverkehr und Logistik, alternative Antriebe und Management von Verkehrssystemen erörtert.

In Frankreich finanzieren die im Forschungs- und Innovationsprogramm für den bodengebundenen Verkehr (PREDIT) zusammengeschlossenen Ministerien und Agenturen (Forschungsministerium, Verkehrsministerium, Industrieministerium, Agentur für Klima- und Energiemanagement, Agentur für Innovation, Agentur für Forschung) die DEUFRAKO-Projekte. Auf deutscher Seite wird DEUFRAKO durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstützt und vom Projektträger im Zentralbereich Forschungsmanagement beim TÜV Rheinland koordiniert.

Die Jubiläums-Broschüre zu 30 Jahre DEUFRAKO ist kostenlos verfügbar.

Projekt IFM - Elektronisches Fahrgeldmanagement

Planen Sie z. B. eine Reise von München-Schwabing nach Köln-Lindenthal mit öffentlichen Verkehrsmitteln, müssen Sie mehrere unterschiedliche Tickets kaufen. Das ist umständlich und zeitaufwendig, denn derzeit beschränken sich die meisten Fahrkarten auf den Gebrauch in ganz bestimmten Netzen. Künftig sollen durchgehende Reisen oder auch eine punktuelle Einzelfahrt mit nur einem Kundenmedium (z. B. Chipkarte oder Handy) möglich sein. Die neuen kontaktlosen Chipkartensysteme können für Tickets in verschiedenen Regionen und für das problemlose Wechseln z. B. zwischen Bussen und U-Bahnen, Zügen etc. verwendet werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich Partner aus den Ländern Großbritannien, Belgien, Frankreich und Deutschland zusammengeschlossen. Auf deutscher Seite ist neben der VDV Kernapplikations GmbH & Co-KG (VDV-KA) auch der Zentralbereich Forschungsmanagement (ZBFM) der TÜV Rheinland Consulting GmbH in der Funktion des Projektmanagers beteiligt. Die Laufzeit des Projektes, das aus dem des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU mit 740.000,- €. finanziert wird, beträgt 2 Jahre (2008 – 2009).

Man erwartet, dass das Projekt die Mobilitätshindernisse verringern und zum Gebrauch des öffentlichen anstelle des individualisierten Verkehrs ermuntern wird. Durch die effizientere Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel sinken die Schadstoff-Emissionen (Beitrag zur Umweltschutz), Papier-Tickets werden reduziert oder abgeschafft.

Das IFM-Projekt ist eine europäische Initiative für die Schaffung eines attraktiven Zugangs zu den öffentlichen Verkehrsmitteln mit modernem Tarif-Management, das sicher, zuverlässig und komfortabel sowohl für die Nutzer als auch Betreiber ist.

Einmal erreicht, kann es als Vorbild dienen für viele Länder außerhalb Europas, die die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln stärken wollen.
Zur Unterstützung spezifischer Gruppen (z. B. Sozialhilfeempfänger, Pendler oder Teilzeit-Beschäftigte) können Tarifprodukte maßgeschneidert gestalten werden. Dies entspricht auch den Anforderungen der EU-Agenda zur sozialen Eingliederung. Das Projekt stützt sich auf die Bereitstellung technischer Standards wie EN ISO 24014-1 und EN 1545.

Das ultimative Ziel ist ein auf europäischer Ebene akzeptiertes Konzept, das einen grenzüberschreitenden Austausch von Daten ermöglicht. Diesem liegen gemeinsame Back-Office-Regeln zugrunde und das damit verbundene European Secure Access Module (EU-SAM).

Die Nutznießer eines künftigen gemeinsamen vollständig kompatiblen elektronischen Fahrgeldmanagement werden sein:

- Verkehrsteilnehmer, die ihre lokalen IFM-Karten außerhalb ihrer Heimat-Netze nutzen (z.B durch virtuelle Transporttickets),

- Verkehrsunternehmen, die in der Lage sind, neue Tarif- und Vertriebsvereinbarungen mit der Unterstützung von standardisierten Spezifikationen zu treffen.

Ziel ist es, die Schaffung von dauerhaft en nationalen Insellösungen zu vermeiden und Road-Maps zu definieren, die zu einer europaweiten Interoperabilität führen. Die Ergebnisse des Projekts sollen auch auf Bereiche außerhalb des Transport-Sektors weltweit übertragen werden können.

EU News

Fortschreibung des Arbeitsprogramms „Transport“ im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm

Gegenwärtig wird das Arbeitsprogramm für die Verkehrsforschung im EU-Forschungsrahmenprogramm fortgeschrieben. Die Ergebnisse dieser Fortschreibung werden die Gestaltung der nächsten Ausschreibungsrunde im Bereich „Transport“ wesentlich beeinflussen. Die Nationale Kontaktstelle Verkehr (NKS-V) unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in der Formulierung der Standpunkte der Bundesregierung, die in diesen Fortschreibungsprozess einfließen werden. Zu diesem Zweck führt die NKS-V im September und Oktober 2008 Expertengespräche durch, um Meinungen, Standpunkte und Stellungnahmen der deutschen Forschungslandschaft zu den neuesten FuE-Entwicklungen im Bereich des Strassen- und Schienenverkehrs zu erfragen.

Die nächste Ausschreibungsrunde im Teilbereich Sustainable Surface Transport wird voraussichtlich am 30. Juli 2009 veröffentlicht.

 

Zweite Galileo-Ausschreibung im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm

Die zweite Ausschreibung des Teilbereiches Galileo im 7. RP wurde im Dezember 2008 veröffentlicht. Eine Informationsveranstaltung zu dieser Ausschreibung ist am 5. und 6. Februar 2009 geplant. Nähere Informationen finden Sie auf der Webseite www.nks-verkehr.eu.

Neue Projekte

TIS_Online (Transport-Informations-System Online) - Innovative E-Logistik-Lösungen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs

Konsortialleiter: Stinnes AG

Laufzeit: 01.12.2007 - 30.11.2010

Fördermittel: 2,2 Mio. €

 

NeuPro Plus - Intelligente Schieneninfrastruktur durch innovative Produktionssteuerungssysteme

Konsortialleiter: DB Netz AG

Laufzeit: 01.08.2007 - 31.01.2009

Fördermittel: 1,9 Mio. €

 

DISS - Dynamische und integrative Disposition in Stückgutspeditionsanlagen

Konsortialleiter: Schmidt-Gevelsberg GmbH

Laufzeit: 01.10.2007 - 31.03.2010

Fördermittel: 0,7 Mio. €

 

LOGISTIK V'INFO - Verkehrsinformationen zur dynamischen Transportplanung: Mehr Leistung für die Logistik – Entlastung für Umwelt und Infrastruktur

Konsortialleiter: PTV AG

Laufzeit: 01.12.2007 - 31.05.2010

Fördermittel: 1,2 Mio. €

 

AC/RC - AirCargo RailCenter- Entwicklung eines Luftfracht-Schienenverkehrs-Zentrums zur Verlagerung von Luftfrachtverkehren auf die Schiene

Konsortialleiter: Fraport AG

Laufzeit: 01.01.2008 - 31.12.2010

Fördermittel: 0,8 Mio. €

 

LogoTakt -Technologien und Prozesse für robuste und getaktete Logistiknetzwerke

Konsortialleiter: Dönne & Hellwig Logistics GmbH

Laufzeit: 01.01.2008 - 31.12.2010

Fördermittel: 2,3 Mio. €

 

Bahn.Ville 2 - Innovative Umsetzung und Begleitung von schienengestützter Siedlungsentwicklung und Verkehrsverknüpfung, Deutscher Baustein am Beispiel der Referenzstrecke "Taunusbahn"

Konsortialleiter: Technische Universität München

Laufzeit: 01.01.2008 - 31.03.2010

Fördermittel: 0,5 Mio. €

 

Barrierefreier Schülerverkehr

Konsortialleiter: Landkreis Grafschaft Bentheim

Laufzeit: 01.03.2007 - 28.02.2010

Fördermittel: 0,6 Mio. €

 

Wiki - Wirkungen von individueller und kollektiver ontrip Verkehrsbeeinflussung auf den Verkehr in Ballungsräumen

Konsortialleiter: BMW AG

Laufzeit: 01.01.2008 - 31.03.2011

Fördermittel: 1,7 Mio. €

 

Wartungsfreier Partikelfilter - Entwicklung eines wartungsfreien Partikelfilter-Systems mit Wärmerückgewinnung im Oxikat zur Erfüllung der nächsten Generation von KFZ-Abgasnormen

Konsortialleiter: EMITEC Gesellschaft für Emissionstechnologie mbH

Laufzeit: 01.06.2007 - 31.05.2010

Fördermittel: 2,2 Mio. €

 

L ZAR G - Leiser Zug auf realem Gleis

Konsortialleiter: Deutsche Bahn AG

Laufzeit: 01.12.2007 - 30.11.2010

Fördermittel: 2,2 Mio. €

 

AFS - Entwicklung eines Hybridantriebs für ein Abfallsammelfahrzeug

Projektleiter: FAUN Umwelttechnik GmbH & Co. KG

Laufzeit: 01.11.2007 - 31.03.2010

Fördermittel: 0,7 Mio. €

 

AKTIV VM – Adaptive und Kooperative Technologien für den intelligenten Verkehr - Verkehrsmanagement

Konsortialleiter: PTV AG

Laufzeit: 01.09.2006 – 30.09.2010

Fördermittel: 10 Mio. €

 

HYBOB – Hybrid-Omnibus mit dieselelektrischem Antrieb zur nachhaltigen Ressourcenschonung

Konsortialleiter: Evobus GmbH

Laufzeit: 01.04.2006 – 31.03.2009

Fördermittel: 3,8 Mio. €

 

LiBaMobil – Neue Li-Ion-Batterien für Automobilanwendungen mit erhöhter Leistungsfähigkeit und Sicherheit durch Nanotechnologie

Konsortialleiter: Degussa AG

Laufzeit: 01.07.2006 – 30.06.2009

Fördermittel: 3,9 Mio. €

Nationale Kontaktstelle Verkehr

Die Nationale Kontaktstelle Verkehr (Opens external link in new windowNKS Verkehr) ist Anlaufstelle für alle Wissenschaftler/innen und Institutionen, die im Bereich Verkehr an den europäischen Forschungsprogrammen teilnehmen möchten. Sie unterstützt die deutsche Forschungs- und Innovationslandschaft in allen Belangen von Opens external link in new windowHorizont 2020.

Neue Förderbekanntmachung

Projektskizzen erwünscht:

Am 03. Juli 2017 ist im Bundesanzeiger die Bekanntmachung „Das digitale Nutzfahrzeug: Sicher und effizient in die Zukunft“ veröffentlicht worden.

Projektskizzen können bis zum 27.10.2017 über easy-Online eingereicht werden.

Weiter Informationen finden Sie Opens internal link in current windowhier.

Skizzeneinreichung

Im Rahmen des BMWi-Fachprogramms „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“ sind Projektskizzen über das Portal easy-Online einzureichen. Projektskizzen dürfen maximal 15 Seiten umfassen. Die Bewertung der vorliegenden Ideen erfolgt jeweils zum Stichtag 31.03. bzw. 30.09 im wettbewerblichen Verfahren.

Weitere Informationen finden Sie  Opens internal link in current windowhier.

Neue Kollegen gesucht

Der Projektträger Bodengebundene Verkehrstechnologien sucht 
kaufmännische Mitarbeiter für die administrative Unterstützung der Projektarbeit und studentische Aushilfen für die Standorte Köln und Berlin.

Interesse? Bitte richten Sie eine Kurzbewerbung an
Opens window for sending emailSabine Blank.

 

Newsletter Mobilität & Verkehr

Opens internal link in current windowjetzt abonnieren



Übersicht