Abschlussveranstaltung "ISETEC II"

Die Abschlussveranstaltung der Förderbekanntmachung „Innovative Seehafentechnologien II - ISETEC II“ wird am 4. und 5. Juni 2012 im Konferenzzentrum des BMWi in Berlin stattfinden. Im Mittelpunkt stehen die Ergebnispräsentationen der Förderprojekte.
Ansprechpartnerin:
Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailDaniela Wirtz

 

Neue Kollegen gesucht

Der Projektträger Mobilität und Verkehrstechnologien sucht 
kaufmännische Mitarbeiter für die administrative Unterstützung der Projektarbeit. Interesse? Bitte richten Sie eine Kurzbewerbung an Opens window for sending emailSabine Blank.

 

Allgemeine Information

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ALODIS - Optimierung des Transportaufwandes der Abfall-Logistik

Ministerium: BMWI

Förderprogramm: Mobilität und Verkehr

Förderschwerpunkt: Kreislaufwirtschaft

Fördervolumen:

Laufzeit:

Projektbetreuung:

Partner:
- Rethmann Entsorgungswirtschaft GmbH & Co. KG - Region West, Selm
- Universität Dortmund - Fachgebiet Logistik (FLog), Dortmund
- Abfallvermeidungsagentur GmbH (AVA), Lünen

 

Aufgabe und Ziel:
Das Gesamtziel des Vorhabens ist die Minimierung des Transportaufwandes, der im Rahmen der Sammlung, der Beförderung und der Entsorgung von gewerblichen Abfällen (Holz, Papier, Kunststoffe, Verpackungen, Grün-, Siedlungs- und Bauabfälle, produktions-spezifische Massenabfälle) im regionalen Nahbereich entsteht. Eine Reduzierung bedeutet, dass eine höhere Abfalltonnage mit weniger Aufwand an Kilometer und Zeit bewegt wird. Eine solche Effizienzsteigerung erspart LKW-Verkehr auf den Straßen, schont begrenzte Ölressourcen, reduziert Treibstoffkosten und leistet einen Beitrag zur Klimastabilität durch CO-2 Verminderung.

In konkreten Zahlen ausgedrückt, sollte die relative Transportstrecke (Kilometer pro bewegte Tonne Abfall) von 19,8 km/t auf ca. 18 km/t sinken; damit einhergehend wurde eine Verringerung des relativen Kraftstoffverbrauchs (Liter Diesel pro bewegte Tonne Abfall) von 7,6 l/t auf ca. 7 l/t prognostiziert. Als Bezugsjahr wurden die Betriebsergebnisse aus 2000 zugrunde gelegt.

Zielgruppe sind die zahlreichen klein- und mittelständischen Containerdienste, die diese Aufgaben in der jeweiligen Region übernehmen. Zum Einsatz beim Kunden kommen in der Regel Wechselbehältersysteme (Absetz- und Abrollbehälter zwischen 5 m³ und 32 m³).

Ergebnis:
Nachdem zum Ende 2002 die Entscheidung zur Pilotphase gefallen war, wurde im Sommer als erstes die Tourenoptimierungs-Software getestet.

In der Pilotphase erhielten die Fahrer ihre Aufträge vom Disponenten in bisheriger Art und Weise am jeweiligen Einsatztag und planten die Tourreihenfolge selbstständig. Die Auswertung durch den Disponenten mittels der zu testenden Software erfolgte jeweils am folgenden Tag und berücksichtigte damit die tatsächlich gefahrenen Aufträge laut Fahrerprotokoll. Dies geschah unter der Prämisse einer Kilometeroptimierung durch verbesserte Reihenfolgeplanung – bezogen auf alle am Tag gefahrenen Aufträge und eingesetzten LKW sowie Kunden und Anlagen.

Das Ergebnis der Pilotphase zeigte geringere Einsparpotenziale als prognostiziert worden waren. Diese bewegten sich in der Höhe von ca. 1,5 % (ca. 700 km Einspareffekte bei ca. 47.000 km Fahrleistung im Testzeitraum). Bezogen auf die durchschnittliche Tages-Tourleistung von ca. 220 km jedes der 10 eingesetzten Fahrzeuge ergab sich eine Reduzierung von ca. 3 km. Weiterhin wurde festgestellt, dass die von der Software ermittelten Vorschläge zusätzliches Optimierungspotenzial aufwiesen; dies konnte aus den Erfahrungen des Disponenten, aus den Diskussionen mit den Fahrern und manueller Eingriffe in die Software abgeleitet werden. Der Nachbereitungsaufwand wurde von der Disposition als für die Praxis zu hoch bewertet.

Unter diesen Bedingungen wurde die Fortführung der Praxisphase und damit der Einstieg in die nächste Projektphase (Einsatz der Telematik) gestoppt. Unter den gegebenen Randbedingungen der sehr komplexen Dispositionsabläufe mit Wechselbehältern lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt die voll-automatisierte Tourenplanung nicht erfolgversprechend umsetzen. Die Komplexität in diesem Bereich der Entsorgungslogistik besteht ganz wesentlich in den Restriktionen, die sich im Zusammenspiel von Leistungsarten, Kunden, Anlagen, Abfall- und Containerarten ergeben.

Eine Weiterentwicklung der Software im Bereich Tourenverwaltung und -planung erschien zwar in hohem Maße zielführend; sie konnte aber im Rahmen des Projektes ALODIS nicht geleistet werden.

Die Auswertung von Kennzahlen (rel. Transportstrecke) lässt trotzdem ein sehr erfreuliches Gesamtergebnis erkennen. Im gesamten Projektzeitraum konnte dieser maßgebende Wert deutlich verbessert werden: von 19,8 km/t auf ca. 15,62 km/t. Dies entspricht einem Einsparpotenzial von ca. 20 % und bedeutet, dass im Projektzeitraum eine ganz wesentliche Effizienzsteigerung im Transport erreicht werden konnte. Für eine Tonne Abfall werden heute wesentlich geringere Transportleistungen auf der Straße benötigt.

Diese Erfolge können schwerpunktmäßig auf die intensive Zusammenarbeit mit der Disposition und den Fahrern im Projektzeitraum zurückgeführt werden. Durch die in der ersten Phase erfolgte Prozessanalyse aller Dispositionsabläufe, der intensiven Begleitung und Austausch mit den Fahrern und dem Disponenten ergab sich zwangsläufig eine höhere Sensibilität in der Planung und Realisierung der Transportleistungen (Reihenfolgenplanung, Auftragstausch unter den Fahrern, Auswahl von Anlagen). Weitere Gründe sind selbstverständlich auch in einer verbesserten Fahrzeugtechnik sowie einer optimierten Vertriebs- und Kundenstruktur zu suchen.
Damit konnten alle wesentlichen Ziele von ALODIS erreicht werden.

Verkehrliche Wirkungen
Der Erfolg des Projektes ALODIS zeigt sich deutlich in den eingesparten Lkw-km. Als Ausgangsbasis wurde das Jahr 2000 genommen. Im Vergleich dazu konnte im Durchschnitt des Projektzeitraumes (2001 bis 2003) ein um ca. 20 % reduzierter Verbrauch je transportierte Abfall-Tonne erzielt werden. Dies ergibt ca. 360.000 km/a und einen Minderverbrauch an Dieselkraftstoff von ca. 137.000 l/a – bezogen auf das Transportvolumen aus dem Jahr 2000.

Betriebliche Wirkungen
Betriebliche Wirkungen drücken sich in einer Optimierung der Prozessabläufe in der Disposition aus. Dabei sind u.a. die kommunikativen Abläufe verbessert worden, so dass eine verbesserte Auftragsverteilung und Fahrerzuordnung heute die Regel sind.

Jahr der Ersteinführung bzw. der vollständigen Wirksamkeit:
Das erreichte Niveau in der Disposition ist als dauerhaft zu bezeichnen. Das haben verschiedene Auswertungen aus dem Jahr 2003 ergeben. Daher ist davon auszugehen, dass die o.g. Einsparungseffekte stabil bleiben und auch in den folgenden Jahren realisiert werden können.

Umsetzungsfördernde und -hemmende Rahmenbedingungen:
Zweifellos als fördernd hat sich der starke Wettbewerbsdruck in der Entsorgungsbranche erwiesen; damit erhöht sich die Bereitschaft technische Innovationen zuzulassen und zu testen. Hintergrund der betrieblichen Strategie ist dabei, einen – wenn auch geringen und befristeten – Wettbewerbsvorsprung zu gewinnen.

Verwertung der Ergebnisse:
Wichtigstes Ergebnis für die betrieblichen Entscheider ist der Schutz vor teuren Fehlinvestitionen, die getätigt worden wären, wenn die Probephase die Grenzen der Software-Entwicklung im Bereich Tourenplanung nicht aufgezeigt hätte. Der Systemanbieter nutzt die gewonnenen Erkenntnisse für die Verbesserung seiner Software (Ergänzung der Funktionalitäten und des Algorithmus).

Übertragbarkeit der Lösung:
Die Ergebnisse zeigen, dass die Komplexität des Wechselbehältergeschäftes im Entsorgungsbereich noch keine voll-automatisierte Tourenplanung zulässt. In einfacheren Fällen wie dem klassischen Speditionsgewerbe sind entsprechende Software-Entwicklungen schon beinahe der Regelfall.
Die Herausforderung im ALODIS-Projekt bestand darin, die vorhandenen IT-Lösungen und Systemkomponenten auf einen wesentlich schwierigeren Praxisfall anzuwenden. Ein vergleichbar komplexer Anwendungsfall wie die Entsorgungs-branche ist kaum vorzustellen, daher kann keine weitere Prognose zur Übertragbarkeit gegeben werden. Alle Beteiligten im Projekt ALODIS gehen aber davon aus, dass in naher Zukunft entsprechende Systemkomponenten marktgerecht zur Verfügung stehen werden.